alle Beiträge

Klimafasten 17.02. – 04.04.2021

Fasten für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit

  • tut Leib und Seele gut: Spüren und erleben, was ich wirklich brauche was wichtig ist für ein gutes Leben im Einklang mit der Schöpfung.
  • lässt Herz, Hand und Verstand anders und achtsamer mit der Schöpfung und den Mitgeschöpfen umgehen.
  • weitet den Blick, bereitet auf Ostern vor, verändert mich und die Welt.

Mit dieser Fastenaktion stellen wir uns in die christliche Tradition, die in der Zeit vor Ostern des Leidens gedenkt und bewusst Verzicht übt, um frei zu werden für neue Gedanken und andere Verhaltensweisen.

Nachdem es letzten Samstag darum, regionales Obst und Gemüse zu kaufen, machen wir heute unser Grünzeug selbst – und zwar in der Wohnung. Wir basteln ein Sprossenglas und ziehen selbst Sprossen!

Kerativ werden: Sprossenglas

Dafür braucht man: Ein großes Einmachglas (z.B. ein Gurkenglas), einen Edding, eine Bohrmaschine und natürlich Sprossensamen (die gibt’s in jedem Bioladen).Und wie geht’s? Hier gibt’s die Anleitung: https://drive.google.com/file/d/1gCfvYMk6XnahcPTSAWuNdAXyHdvoJjT6/view?usp=sharing

Buchtipp „Zero Waste“ – Weniger Müll ist das neue Grün

Shia Su und ihr Mann haben es vor ein paar Jahren getan: Den Schritt Richtung Zero Waste. Aber nicht von null auf hundert, sondern eher Stück für Stück. Denn schließlich sollte es nicht anstrengend sein, sondern unkompliziert und gut umsetzbar. Das hat ziemlich gut geklappt und mittlerweile sind die beiden echte Müllvermeidungsprofis. Shia gibt ihr Wissen über ihren Blog wastelandrebel.com weiter und hat sogar schon ein Buch veröffentlicht: “Zero Waste – Weniger Müll ist das neue Grün”. Ein sehr nett und ansprechend gestaltetes Buch für alle, die Müllvermeidung konsequenter durchziehen wollen, aber vielleicht nicht ganz sicher sind, wo man am besten anfängt oder ein bisschen zurückschrecken vor der Herausforderung. Shia zeigt: Es ist gar nicht so schwer! Und: Es muss nicht perfekt sein. Jeder Schritt zählt. 
Das Buch ist im Bestand mehrerer Berliner Bibliotheken sowie in der “Onleihe” des VöBB verfügbar. Wer das Buch gleich kaufen möchte: Am besten in einem kleinen Buchladen tun und diesen dabei unterstützen! 😉

App-Tipp: Refill

Zugegeben, Wasser in Flaschen (besonders in Plastikflaschen) zu kaufen ist eigentlich ganz schön unnötig. Schließlich kommt doch super Wasser direkt aus dem Hahn! Nur was ist, wenn man unterwegs ist und Durst bekommt? Dafür gibt es “Refill”. Damit findest du Restaurants, Cafés, Läden und Co, die anbieten, dir deine Trinkflasche kostenlos mit Leitungswasser aufzufüllen. In der aktuellen Situation ist das zwar ein bisschen schwieriger, aber spätestens wenn die Pandemie im Griff ist, kann es losgehen mit fleißigem “Refilling”! Entweder lädst du dir dafür die App herunter oder du benutzt die Website: https://refill-deutschland.de/

Siegelcheck EU-Biosiegel

Das EU-Biosiegel ist wohl das bekannteste Biosiegel. Schließlich ist es auf so gut wie allen Bio-Produkten zu sehen. Aber was genau zertifiziert es denn eigentlich? Hier ein kurzer Überblick der Kriterien: Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel höchstzulässige Anzahl von Tieren pro Hektarartgerechte Haltungsformenbiologische Futtermittel Verbot von präventiver Antibiotika-GabeVerbot von Gentechnikbei der Verarbeitung sind nur 53 Zusatzstoffe zugelassen Klingt doch erstmal gut, oder? Kritiker*innen bemängeln aber immer wieder, dass die Richtlinien zu lasch sind, weil das Biosiegel schließlich Anbauinteressen aus ganz Europa zusammenbringen möchte. Stattdessen gibt es viele ALternativen, die strengere Kriterien haben – einige werdet ihr in den nächsten Wochen hier auch noch kennen lernen. Besser als gar kein Bio-Siegel ist das EU-Siegel aber natürlich dennoch.
Aber wusstest du schon? Das EU-Biosiegel kann auch für Produkte aus nicht-EU-Staaten genutzt werden, sie müssen eben nur die Kriterien erfüllen. Entsprechend gibt es keine Garantie, dass das Produkt aus Europa kommt. Nur die Angabe unter dem Siegel gibt einen kleinen Einblick: Dort steht, ob landwirtschaftliche Erzeugnisse aus der EU kommen oder nicht. Außerdem findet sich dort ein Code, z.B. DE-ÖKO-007. Das bedeutet aber leider nicht, dass das Produkt aus Deutschland kommt, sondern lediglich, dass es dort auf EU-Standards kontrolliert und zertifiziert wurde.
Wer noch mehr über das Bio-Siegel der EU lesen möchte, sei diese Seite empfohlen: https://utopia.de/siegel/eu-bio-siegel/

Was ist eigentlich „Zero Waste“

Der Klimawandel verursacht Leiden, denn er gefährdet das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen. Klimaschutz macht Verzicht erforderlich. Aber immer wieder ist er ein Gewinn, wenn es gelingt, alleine oder in der Gemeinschaft das Leben klimafreundlicher zu gestalten.

Wenn man tiefer in das Universum von Nachhaltigkeit und Umweltschutz im Alltag eintaucht, stößt man früher oder später auf den Begriff “Zero Waste”. Aber was bedeutet das denn eigentlich genau? Das erklären wir euch heute!

https://youtu.be/idEXRLJrrWw

[Zero Waste ist Englisch und bedeutet im Grunde: Kein Müll. Klingt auf jeden Fall erstmal krass. Und sieht auch ganz schön krass aus, wenn man sieht, wie Leute den Müll eines ganzen Jahres in einem Einmachglas aufbewahren. Da ist man vielleicht etwas eingeschüchtert, weil man das Gefühl hat, dass man so etwas ohnehin nicht schafft. Deshalb gibt es innerhalb der Zero-Waste-Community auch durchaus einige Kritik an dem Begriff. Besser sei “Low Waste”, also “wenig Abfall”. Denn schließlich hat jeder Mensch individuelle Umstände und Bedürfnisse. Einige Leute haben z.B. einfach nicht die finanziellen oder infrastrukturellen Möglichkeiten, um so verpackungsarm einzukaufen, wie sie es gerne wollen. Bei anderen Leuten, die aus gesundheitlichen Gründen regelmäßig Tabletten nehmen müssen, fällt natürlich auch mehr Abfall an. Das ist alles vollkommen in Ordnung. Bei “Low Waste” geht es nämlich darum, so wenig Müll zu verursachen, wie es im Rahmen der eigenen Umstände möglich ist. Und das darf auch eine längere Übergangsphase beinhalten. Schritt für Schritt. Und auch am Ende muss der Müll nicht in ein Einmachglas passen.]

Faktenmontag den 22.02.2021

Zahlen und Fakten: Mülltrennung 226,5 Kilogramm Müll verursacht ein einzelner Mensch in Deutschland in nur einem Jahr. Das ist eine ganze Menge. Zwar wird war einiges an Abfall auch recycelt, aber wie viel genau, das hängt vom Material ab. Bei Altpapier und Glas ist der Anteil, der wieder in den Kreislauf kommt, ziemlich hoch – 87,6 Prozent und 84,4 Prozent – bei Plastik liegt er jedoch nur bei 49,7 Prozent. Da macht es Sinn, dass man den Müll, den man verursacht, zumindest richtig trennt, damit die Recyclingquote nicht noch mehr sinkt. Und für viele Menschen ist Mülltrennung sicherlich auch alltäglich und normal.Aber dennoch gibt es immer wieder Sachen, bei denen man etwas länger überlegen muss, in welche Tonne es denn jetzt wandert. Kassenbons zum Beispiel, die gehören nämlich i.d.R. auf gar keinen Fall ins Altpapier, sondern in den Restmüll, weil sie aus Thermopapier sind. Nur wenn sie blau sind, ist das Altpapier doch der richtige Ort. Oder Bio-Plastiktüten: Denn obwohl der Name das suggeriert, haben die nix zu suchen in der Biotonne, weil Biomüll nämlich in die Biogasanlage kommt; das Bioplastik kann aber unter den dort herrschenden Bedingungen nicht zersetzt werden und landet im Zweifelsfall als Mikroplastik auf Äckern. Also sollte die Tüte lieber in die Wertstofftonne. Tja, und das sind nur zwei Beispiele von vielen, die zeigen, dass richtige Mülltrennung doch teilweise sehr komplex sein kann. Zum Glück hat die BSR vorgesorgt und auf ihrer Website das sogenannte Abfall-ABC eingebaut. Dort kann man eingeben, was man entsorgen möchte und die Seite spuckt einem die richtige Entsorgungsart aus. Leichter geht’s nicht! 😉 https://www.bsr.de/abfall-abc-20563.php  

Sonntagsimpuls

Kreativer Samstag

Ernährung spielt eine wichtige Rolle, wenn es um das Thema Klimaschutz geht. Denn je nachdem, was wir essen, werden z.B. mehr oder weniger Treibhausgase in die Atmosphäre gepustet oder die Böden belastet. Ein Schritt in eine klimafreundliche Richtung wäre dabei der Kauf von Obst und Gemüse, das gerade in Saison ist. So sind die Transportemissionen geringer und es wird auch keine Energie für die Beheizung von Gewächshäusern benötigt. Nur ist es gar nicht so leicht, auf Anhieb zu wissen, welches Obst und Gemüse wann eigentlich in Saison ist. Deshalb gibt es heute eine (wortwörtlich) kleine Hilfe für euch, nämlich einen Saisonkalender für die Hosentasche (oder das Portemonnaie)! Ihr braucht dafür nur ein A4-Blatt Papier und eine Schere; druckt euch die Vorlage aus und faltet sie entsprechend der Anleitung – schon ist der Saisonkalender einsatzbereit und freut sich auf eine häufige Nutzung! 🙂
Der Link zur Vorlage: https://drive.google.com/file/d/1NP3yNyfZK5X_onBSEO5di-wDQ-HtffUh/view?usp=sharing 
Der Link zur Faltanleitung: https://www.youtube.com/watch?v=74JNo16IDW8 
Übrigens: Man kann den Kalender auch aus einem Blatt Papier machen, das auf einer Seite schon beschrieben ist. Dafür müsst ihr nur wissen, wie ihr das Blatt in den Drucker einlegen müsst, damit es auf der noch leeren Seite bedruckt wird.

Medienfreitag 19.02.2021

Es ist Zeit für eine Filmabend! Den Anfang macht der Film „Song from the Forest“, den ihr mit eurem Ausweis für Öffentliche Bibliotheken in Berlin hier streamen könnt:https://voebb.ava.watch/film/song-from-the-forest/ „Song from the Forest“ ist ein Dokumentarfilm über Louis, einen Mann, der seit Jahren bei den Bayaka in Zentralafrika lebt und sich in ihre Community ganz eingelebt hat. Wir sehen die Welt der Bayaka, hören ihre Musik, erleben ihre Art zu leben, zu wohnen, zu jagen und miteinander umzugehen mit den Sinnen dieses zu ihnen gehörenden Mann mit amerikanischen Wurzeln. – Und wir sehen New York und amerikanische Vorstädte durch die Augen seines Sohnes, den er auf eine Reise dorthin mitgenommen hat.Ein langsamer Film voll manchmal absurder Gegensätze, voll beeindruckender Naturaufnahmen, voller Kultur, voller Musik, voller Polyphonie, voller Liebe zum Volk der Bayaka. – Schreibt uns gerne euren Eindruck in die Kommentare!

Donnerstag 18.02.

Vom ökologischen Fußabdruck hat der eine oder die andere sicherlich schon einmal gehört. Es ist eine Art Maßstab, um zu errechnen, wie viele Erden wir brauchen würden, wenn alle Menschen so leben würden, wie man selbst. Dabei spielt zum Beispiel die Ernährung eine Rolle, der Energiebedarf oder die Konsumgewohnheiten. Mach doch mal den Test und finde heraus, in welchen Aspekten du schon echt gut bist und bei welchen es noch Spielraum gibt. Du findest ihn hier: https://www.fussabdruck.de/fussabdrucktest/#/start/index/ 
(Wichtig: Wenn du mit mehreren Menschen zusammen lebst, solltest du die Angaben wie beispielsweise Wohnfläche auf dich als Einzelperson herunter rechnen, sonst wird das Ergebnis verzerrt.)

Aschermittwoch

Das Thema der ersten Woche: Unser Wasserfußabdruck.
Heute ist Aschermittwoch und das heißt: Die Passionszeit beginnt und damit auch das Klimafasten!
In EKPN machen wir nun schon zum dritten Mal bei dieser Aktion mit, die Aufmerksamkeit auf die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz lenken soll, nur ist es dieses Jahr etwas anders als normalerweise. Da aufgrund der Pandemie-bedingten Situation keine persönlichen Treffen stattfinden können, wird es ein “Klimafasten zuhause” geben.
Das heißt genau: Jeden Tag gibt es auf Facebook und unserer Gemeindewebsite eine Art Impuls oder ein bisschen Input, jeder Wochentag hat dabei ein Motto.
Sonntag: Das offizielle Wochenthema der Klimafasten-Aktion wird vorgestellt und es gibt eine theologischen Impuls dazu.
Montag: Es gibt ein paar Zahlen und Fakten, die mit dem Wochenthema zu tun haben.
Dienstag: Wir stellen uns die Frage “Was ist eigentlich…?” und klären ein paar wichtige Begrifflichkeiten in Hinblick auf Nachhaltigkeit.
Mittwoch: Es ist Zeit für den Siegel-Check! Was zertifizieren bestimmte Siegel eigentlich und was vielleicht auch nicht?
Donnerstag: Welche Apps und digitalen Anwendungen erleichtern eigentlich einen nachhaltigen Alltag? Wir stellen euch welche vor!
Freitag: Das Wochenende steht vor der Tür, also hat man mehr Zeit zum Lesen und Fernsehen! Entsprechend gibt es heute Tipps für Filme und Bücher zum Thema Umweltschutz und Co.
Samstag: Es wird kreativ! Kochen, backen, basteln – alles für’s Klima!

Zugegeben, jeden Tag ein Impuls ist ganz schön viel, aber es geht auch gar nicht darum, bei allem mitzumachen und alles auszuprobieren. Stattdessen wollen wir euch mit dieser bunten Palette an Ideen inspirieren, sodass ihr dann selbst überlegen könnt, was für euch umsetzbar ist.
Hast du denn schon eine Idee, was du dieses Jahr fasten willst? Schreib es uns gerne in die Kommentare! 😀

2 thoughts on “Klimafasten 17.02. – 04.04.2021

  1. Ich werde diese Fastenzeit mir wieder mehr Zeit
    dafür nehmen, die Natur zu genießen. Jeden Tag Zeit in der Natur zu verbringen, verbindet uns wieder mehr mit der Schöpfung und zeigt uns, was wir mit dem Klimafasten alles schützen wollen.

  2. Ich will mir vornehmen, in den kommenden sechs Wochen nur Bio-Lebensmittel aus Deutschland zu essen, damit ich ein besseres Gespür bekomme, wie viele Lebensmittel eigentlich einen doch sehr weiten Weg hinter sich haben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.