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Klimafasten 17.02. – 04.04.2021

Fasten für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit

  • tut Leib und Seele gut: Spüren und erleben, was ich wirklich brauche was wichtig ist für ein gutes Leben im Einklang mit der Schöpfung.
  • lässt Herz, Hand und Verstand anders und achtsamer mit der Schöpfung und den Mitgeschöpfen umgehen.
  • weitet den Blick, bereitet auf Ostern vor, verändert mich und die Welt.

Mit dieser Fastenaktion stellen wir uns in die christliche Tradition, die in der Zeit vor Ostern des Leidens gedenkt und bewusst Verzicht übt, um frei zu werden für neue Gedanken und andere Verhaltensweisen.


Buchvorstellung „Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie

Heute ist Medienfreitag und wir stellen euch wieder ein anregendes Buch vor: Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie
Die meisten von uns haben in ihren Badregalen und Putzschränken bis zu 60 Drogerieprodukte herumstehen! Das sind Allzweckreiniger und Scheuermilch, Spülmittel und Geschirrpulver, Cremes und Lotionen, Shampoos und Spülungen und Duschgels in verschiedenen Variationen. Alles zusammen sehr teuer, teils sogar umweltschädlich und mit ungesunden Inhaltsstoffen. Dazu kommen noch Plastik-Verpackungen bei fast allen Produkten. In dem Buch „Fünf Hausmittel ersetzen eine Drogerie“ wird gezeigt, wie einfach es ist, die meisten dieser Drogerieprodukte mit fünf umweltfreundlichen und preiswerten Hausmitteln zu ersetzen. Zunächst werden in dem handlichen Taschenbuch die fünf Hausmittel vorgestellt (Natron, Soda, Essig, Zitronensäure, Kernseife).
Dann folgen Rezepte, Tipps und Anwendungen zu folgenden Rubriken: Reinigen und Putzen Wäsche waschen Körperpflege (Haare, Mund, Haut, Deos, Kosmetik) Gesundheit (Innere Anwendungen & Hautgesundheit = Cremes etc.) Ernährung (z.B. „Kopfsalat wieder knackig machen“ oder „Natron statt Backpulver“ oder „Brausepulver selber herstellen“) Haushalt (wie man z.B. Gerüche beseitigt, Obstfliegenfallen baut, Wasserflecken auf Holzmöbeln beseitigt und Haustiere vor Flöhen und Zecken schützt). Garten (z.B. „Blattläuse bekämpfen“, „Tomaten süßer und weniger anfällig machen“) Sonstiges (z.B. „Klebstoff herstellen“, „Wassertanks und Kanister entkeimen“ und „Auto schonend reinigen“)

Mit Hilfe dieses Buches kann man so viele Produkte ersetzen! Man braucht schon etwas Geduld und Ausdauer und manchmal klappt nicht alles gleich beim ersten Mal. Aber es ist gesünder, besser für die Umwelt, man spart viel Müll und dazu noch viel Geld. Und es macht wirklich Spaß!

Siegelcheck Fairtrade-Siegel

Der heutige Beitrag von Hélène setzt sich mit dem Fairtrade-Siegel auseinander.


Zahlen & Fakten wie viele Gegenstände besitzt ein Mensch

Wie viele Gegenstände ein Mensch besitzt, hat Hélène einen Betrag geschrieben, welcher als PDF zum herunterladen direkt unter diesem Text zu finden ist.


Filmtipp

Heute gibt es eine Empfehlung zu zwei Videos der Chemikerin und Youtuberin Dr. Mai Thi Nguyen-Kim. Sie hat für den WDR in Zusammenarbeit mit der Reporterin Caroline Wiemann versucht, sich dem komplexen Thema Klimawandel auf Naturwissenschaftler Basis zu nähern und das Thema von allen Seiten zu betrachten.

https://youtu.be/oJ1zm65u-ck

Das zweite Video kümmert sich um die Lösungen, die aus der Wissenschaft und der Forschung kommen.

https://youtu.be/bCvUwnIdqBI


Zahlen & Fakten Smartphone

Es ist nun 14 Jahre her, dass Apple das erste Smartphone auf den Markt gebracht hat. In kürzester Zeit haben Smartphones unser Leben von Grund auf verändert. Ohne sie scheint es kaum mehr möglich zu sein. Und was sind wir froh über diese selbstverständlich gewordene Neuschöpfung. Scheinbar unbegrenzte Multifunktionalität vereint sich in einem kleinen Gerät, das jede*r in der Hosentasche mit sich trägt: E-Mail, MP3-Player, Kamera, auffaltbare Straßenpläne u.v.m.

Smartphones bringen uns Nutzer*innen Freud, den Hersteller*innen und unserem gemeinsamen Planten Leid.

Was glaubst du…?

Wie viel Zeit pro Tag verbringen wir durchschnittlich damit, auf das Smartphone zu schauen?

3,1/4 Stunden

Wie viel Prozent aller Smartphonenutzer*innen behalten ihr Smartphone länger als zwei Jahre?

13%

Wie viele verschiedene Mineralien, Metalle und seltene Erden müssen aus Minen geholt werden, um ein Smartphone herzustellen?

60 Rohstoffe

(Quelle:https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/s01981_greenpeace_report_10_jahre_smartphone.pdf)

Das Smartphone zwischen Freud und Leid: Die beiden hier verlinkten kurzen Videos veranschaulichen ein zynisches Paradoxon. Wir alle sind darin eingebunden und nehmen als Konsument*innen neben einem schicken, praktischen Smartphone noch viel mehr in Kauf.


Demeter-Siegel

Anders als bei dem EU-Biosiegel, ist Demeter ein nicht-staatliches Biogütesiegel (NGO), und auch noch das älteste in Europa. Demeter zählt zu den Anbauverbänden, die zusätzlich zur EG-Öko-Verordnung und dem deutschen staatlichen Bio-Siegel ein verbandspezifisches Bio-Siegel verwenden: das Demeter-Logo. Dessen Anforderungen gehen über diejenigen der EG-Öko-Verordnung und des deutschen staatlichen Bio-Siegel hinaus.

Das Demeter-Siegel umfasst ein breites Produktspektrum: Nahrungsmittel (Getreide, Obst, Gemüse, Gewürze, Fisch und Fleisch), Kosmetika und textile Rohstoffe (Seide, Baumwolle, Wolle, Leinen etc.) – alle gewonnen aus biologisch-dynamischer Landwirtschaft, d.h. aus einer Wirtschaftsweise, die Feld- und Viehwirtschaft, Saatgutproduktion und Landschaftspflege umfasst und auf der Anthroposophie basiert und sich als eingebettet in den spirituellen geistigen Erkenntnisweg der Anthroposophie nach Rudolf Steiner versteht.

Rudolf Steiner, der Begründer der Anthroposophie, gründete im Jahre 1924 die biologisch-dynamische Landwirtschaft. Er gab ihr den Namen Demeter nach der griech. Göttin der Fruchtbarkeit, der Erde und der Saat. Der Verbandsname Demeter wurde offiziell 1928 verwendet, der erste Demeter-Hof ist der Hof Marienhöhe bei Bad Saarow.

Was ist nun biologisch-dynamische Landwirtschaft? Die biologisch-dynamische Landwirtschaft fasst Boden, Tiere und Pflanzen als Einheit auf und begreift sich als konsequente Weiterführung von Naturprozessen. Demeter-Höfe werden zu lebendigen Hoforganismen gestaltet, in dem jedes Organ das andere braucht: Mensch, Pflanze, Tier und Boden wirken zusammen. Individuell an die Bedingungen des jeweiligen Hofes angepasst, wird ein Betriebsorganismus entwickelt. Es entsteht eine Kreislaufwirtschaft: Der/die LandwirtIn hält so viele Tiere, wie er/sie mit seinem/ihrem Land ernähren kann, und deren Mist sorgt für eine hohe Bodenfruchtbarkeit. Mit Hilfe von biologisch-dynamischen Präparate werden die Naturprozesse unterstützt und harmonisiert. Biologisch-dynamische Präparate sind vitalisierende Zubereitungen für Boden und Pflanzen. Als eine Art Heilmittel für die Erde fördern sie auch Wachstum und Qualität der Pflanzen sowie die Tiergesundheit. Für ihre Herstellung werden pflanzliche, mineralische und tierische Substanzen kombiniert und natürlichen Kräften ausgesetzt, um sie dann in veränderter Form (zum Beispiel in homöopathischer und phytotherapeutischer Form) der Natur wieder zuzuführen. Diese Agrarkultur entspricht hier nicht nur ökologischen Standards, sondern (nach anthroposophischen spirituellen Gesichtspunkten) dem natürlichen Rhythmus der Natur und deren Lebewesen angepassten Richtlinien. Bei Demeter geht es um den Menschen und seine Beziehungen: zu Boden, Pflanze, Tier und Mensch – auch um die Beziehung zu sich selbst.


Weltgebetstag und Klimafasten

Eine Verbindung zwischen Berlin und Vanuatu: Solidarität durch tägliches Handeln

Charlie Brodersen, 19, und engagiert sich in EKPN seit mehreren Jahren ehrenamtlich. Neben dem Geographiestudium mitorganisiert Charlie Brodersen die diesjährige Klimafasten-Aktionen in der Gemeinde – beides laufen pandemiebedingt online. Im Interview zeigt Charlie Brodersen die Verbindungen zwischen unseren täglichen Gewohnheiten und den verheerenden Folgen des Klimawandels auf Vanuatu auf und erklärt, wie man beim Klimafasten mitmachen kann.

Wie sind Sie persönlich auf die Klimafasten-Aktionen gekommen?

Vor drei Jahren hatte ein Gemeindemitglied, das das Klimafasten kannte, angeregt, diese Aktion doch auch in unserer Gemeinde einzuführen. Das stieß auf Anklang bei einer Pfarrerin, die wusste, dass ich mich für Klimaschutz und Co. Interessiere und mich dann ansprach, ob ich Lust hätte, mitzumachen. Und das hatte ich!

Wie funktioniert Klimafasten konkret?

Grundsätzlich ist es sehr flexibel zu gestalten, aber grob gesagt können Gemeinden verschiedenste Veranstaltungen rund um die Themen Klima und Umweltschutz anbieten. Dazu gibt es für jede Woche der Passionszeit ein Wochenthema und theologische/inhaltliche Impulse, an denen man sich orientieren kann, aber auch nicht muss. Wir haben im letzten Jahr z.B. eine gemeinsame Müllsammelaktion auf dem Humannplatz gemacht und im Jahr davor stand für die sechseinhalb Wochen im Eingang eines Gemeindehauses ein Tauschregal. Dieses Mal müssen wir auf persönliche Aktionen größtenteils verzichten, also sind wir in die sozialen Netzwerke ausgewichen und dort gibt es jetzt täglich Impulse.

Dieses Jahr blicken Frauen weltweit beim Weltgebetstag auf den Inselstaat Vanuatu, der stark unter den Folgen der Klimakrise bereits leidet. Wie können sich Menschen Ihrer Meinung nach hier in Berlin durch das eigene tägliche Handeln mit den Einwohner:innen Vanuatus solidarisieren? 

Es klingt vielleicht etwas platt, aber es sind tatsächlich schon kleine Dinge, die helfen können. Die Ernährung hat ja einen großen Einfluss auf das Klima, also warum nicht öfter vegetarisch oder vegan essen und so die Teibhausgasemissionen reduzieren, die den Klimawandel rasch vorantreiben? Oder darauf achten, dass Lebensmittel mit dem Fairtrade-Siegel ausgezeichnet sind, das garantiert, dass die Produzent*innen z.B. eine sichere Bezahlung bekommen. Bei Kleidung ist es auch sinnvoll, welche aus fairer Produktion zu kaufen oder öfter mal gebraucht. Natürlich hilft es auch, die eigenen Transportgewohnheiten zu ändern: Öfter das Auto stehen lassen und mit Öffis, Fahrrad oder zu Fuß unterwegs sein. Und muss die jährliche Flugreise in den Urlaub wirklich sein oder gibt es eine Alternative?


Ein besonderer Schwerpunkt liegt beim Weltgebetstag auf die unterschiedlichen Lebensgeschichten von Frauen und Mädchen auf Vanuatu. Gibt es Folgen der Klimakrise, die Frauen und Mädchen stärker zu spüren bekommen?

Es gibt einige Studien, die zeigen, dass geschlechtliche Ungleichheiten durch den Klimawandel verstärkt werden und dass der Klimawandel keineswegs „geschlechtsneutral ist“. Ein Beispiel wäre, dass Frauen häufig viel sogenannte „Care-Arbeit“ leisten und u.A. dafür verantwortlich sind, die Familie zu ernähren. Durch den Klimawandel müssen sie aber immer weitere Wege zurück legen, um an sauberes Trinkwasser zu gelangen. Auch sind sie eher Gewalt ausgesetzt, wenn sie klimabedingt ihre Heimat verlassen müssen und fürchten grundsätzlich eher ökonomische Unsicherheit, vor allem wenn sie schwanger sind und/oder Kinder haben. Zudem setzen viele Lösungen, die den menschgemachten Klimawandel stoppen wollen, auf Technologie – ein Bereich, in dem momentan auch noch überwiegend Männer beschäftigt sind. Andere Geschlechter müssen aber ebenfalls aktiv in Klimaschutzmaßnahmen eingebunden werden.


Vanuatu will auch als erstes Land vor den Internationalen Gerichtshof ziehen, um Industriestaaten wegen Klimawandel-Schäden zu verklagen. Wie sehen Sie diese Entwicklung?

Ich finde das unfassbar wichtig! Wir leben hier in Deutschland und Mitteleuropa in einer Gesellschaft, die einen nicht unwesentlichen Teil zum Klimawandel beiträgt und die Folgen dennoch noch nicht allzu stark erlebt. Zumindest reichen die trockeneren Sommer, etc. offensichtlich nicht aus, die Politik dazu zu bringen, sich wirklich für die Einhaltung der 1,5°C-Grenze einzusetzen. Deshalb ist es super wichtig, dass die Menschen, die jetzt schon unter dem Klimawandel leiden und um ihre Heimat fürchten müssen, sich zu Wort melden und aufzeigen, wie verheerend sich unser Lebensstil auf die Welt auswirkt. Und nicht nur das – dass Vanuatu dagegen klagen will, ist insofern auch von Relevanz, als dass dann hoffentlich die entsprechenden „Übeltäter“ auch zur Verantwortung gezogen werden. Denn was soll ein Klimaabkommen, wenn man sich dann doch nicht verbindlich dran halten muss?

Die Fastenzeit läuft schon seit einer Weile. Kann man sich trotzdem noch einer Klimafastengruppe oder -Aktion anschließen?

Auf jeden Fall! Wie gesagt findet dieses Jahr leider nicht wirklich etwas in analog statt, aber auf der Webseite und der Facebook-Seite der Ev. Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord gibt es Ideen für ein „Klimafasten zuhause“. Am besten guckt man dort mal vorbei, um aktuelle Infos zu bekommen. Und natürlich freuen wir uns auch über Leute, die Lust haben, beim nächsten Mal dabei zu sein und sich einzubringen!


Was ist eigentlich….

…der Unterschied zwischen MHD und Verbrauchsdatum?

In Deutschland sind Lebensmittel immer mit einer der beiden Angaben gekennzeichnet, denn das ist rechtlich so vorgesehen. Allerdings gibt es einen äußerst wichtigen Unterschied darin, was Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum eigentlich aussagen. Das Verbrauchsdatum befindet sich in der Regel auf leicht verderblichen Produkten wie Frischfleisch zum Beispiel. Wenn das Verbrauchsdatum abgelaufen ist, sollte man das Lebensmittel nicht mehr essen. Ganz anders sieht es aus beim Mindesthaltbarkeitsdatum, kurz MHD: Das MHD gibt nämlich das Datum an, bis zu dem ein Lebensmittel in Hinblick auf z.B. Geruch und Aussehen garantiert noch die gleiche Qualität hat, wie zu dem Zeitpunkt, an dem es die Fabrik verlassen hat. Danach wird diese Garantie nicht mehr gewährleistet, aber: Normalerweise sind Lebensmittel dann noch immer ohne Probleme zu verzehren. Um das zu testen, gilt die Regel “Gucken, Riechen, Schmecken”. Wenn dabei alles normal ist, kann man das Lebensmittel noch problemlos essen.

Übrigens: In Deutschland dürfen auch Lebensmittel mit abgelaufenem MHD noch verkauft werden, vorausgesetzt sie sind entsprechend gekennzeichnet, damit Kund*innen sie nicht für sogenannte “Normalware” halten. Dieses Konzept nutzen einige Läden, die auf diese Weise Lebensmittel retten, die sonst weggeworfen worden wären.


Sonntagsimpuls

Was vegane Ernährung mit dem Paradies zu tun hat…

Wie im Paradies… Als Mensch und Mensch einander noch begegneten, nackt und unverstellt, ohne Masken, ohne Verkleidung, ohne sich voreinander zu beweisen.

Die Bibel beschreibt paradiesische Zustände, ganz am Anfang (1. Mose 1+2): die Schöpfungserzählungen, die Geschichten von Adam und Eva im Garten Eden. Zum Paradies gehört eine ganz besondere Nähe mit Gott, eine selbstverständliche Nähe zwischen den Menschen und mit allen anderen Lebewesen. Eine ungestörte Nähe, die später verloren ging.

Verloren ging die Nähe, weil sich etwas dazwischenschob, mitten zwischen die ungestörten Beziehungen. Das Dazwischen, das war… eine Frucht, ein Apfel? Das war Überredungskunst. Das war die Ansicht, durch ein bestimmtes Nahrungsmittel noch besser, noch klüger zu werden. Es kam der Apfel… und dann das Herausreden und das Bedürfnis, sich zu verstecken, sich zu kleiden. Und irgendwann der erste Mord – Kain und Abel, Adam und Evas Kinder – da hatten sie das Paradies schon weit hinter sich gelassen…

Zu den paradiesischen Zuständen davor gehörte auch vegane Ernährung:

In der ersten Schöpfungsgeschichte wird erzählt, wie Gott die Nahrung festlegt für Mensch und Tier.

Am sechsten Tag, als alles geschaffen ist, da spricht Gott zu den Menschen: »Seht, ich übergebe euch alle Samen aussäenden Gewächse auf der ganzen Erdfläche, sowie jeden Baum, an dem Samen aussäende Baumfrüchte sind. Das soll euch als Nahrung dienen. …«

Auch von den Tieren wird hier erzählt, dass sie sich rein pflanzlich ernähren – also kann der Mensch gefahrlos mit ihnen zusammenleben wie sie miteinander. Wie im Paradies eben. Und auch wie in dem Friedensreich, das einmal kommen soll: Wo Kuh und Bärin zusammen weiden, ihre Jungen beieinanderliegen, und der Löwe Stroh fressen wird wie das Rind. (Jesaja 11,7)

Nach der Sintflut, nachdem Gott Noah und seine Familie und von den Tieren je ein Paar in Noahs Arche gerettet hat – nach all dem, unter dem Regenbogen (1. Mose 9), da wird die Beschränkung auf rein pflanzliche Ernährung zurückgenommen. Da heißt es: „Alles, was sich regt, in dem Leben ist, soll euch zur Speise dienen. Wie das Grün des Krautes gebe ich euch das alles.“

Das Fleischessen wirkt in der Bibel wie ein Zugeständnis. Die Welt ist längst nicht mehr so heil, wie sie in den Geschichten von Schöpfung und Paradies beschrieben wird. Die Beziehungen zwischen Gott und Mensch, zwischen Mensch und Mensch und zwischen Mensch und Tier sind längst nicht mehr so ungestört. Der paradiesische Zustand ist längst aufgehoben. Ein Ausdruck dafür scheint die veränderte Ernährung zu sein, zu der auch Fleisch dazugehört.

Danach wird dann ganz selbstverständlich in vielen Geschichten davon erzählt, dass Menschen auch Fleisch essen – jedoch nicht ständig, eher zu Festen, zu besonderen Gelegenheiten.

Ich finde es schon spannend, dass diese unterschiedlichen Ernährungsformen in der Bibel vorkommen – und wie viel sie dort ausdrücken. Im Klimafasten wird für diese Woche empfohlen, dass wir uns mit unserer Ernährung beschäftigen: Was ich esse und wie sich das auswirkt. Wie ich mich ernähre – und welcher Haltung ich damit bewusst oder unbewusst Ausdruck verleihe – darum geht ’s.

Bevor hier Missverständnisse aufkommen: Ich glaube nicht, dass wir durch die eine oder die andere Ernährung dem Paradies oder Gott näher kommen. Aber ich glaube, dass es meinem Verhältnis zur Welt und zu anderen Lebewesen gut tut, bewusster einzukaufen und zu essen. Wie viel tierische Lebensmittel brauche ich wirklich? Wie oft esse ich Fleisch (und wie kann ich diesen Heißhunger darauf zuweilen vielleicht verringern)? Welche Mahlzeit am Tag kann ich regelmäßig rein pflanzlich gestalten? Welcher Pflanzendrink schmeckt mir am besten im Kaffee. Das will ich diese Woche beobachten und ausprobieren. Abendbrot mit Margarine, veganen Aufstrichen und Salat klingt eigentlich ganz lecker. Oder zum Frühstück das Porridge mal ohne Kuhmilch – hört sich doch machbar an.


Kerativ werden: Sprossenglas

Nachdem es letzten Samstag darum, regionales Obst und Gemüse zu kaufen, machen wir heute unser Grünzeug selbst – und zwar in der Wohnung. Wir basteln ein Sprossenglas und ziehen selbst Sprossen!

Dafür braucht man: Ein großes Einmachglas (z.B. ein Gurkenglas), einen Edding, eine Bohrmaschine und natürlich Sprossensamen (die gibt’s in jedem Bioladen).Und wie geht’s? Hier gibt’s die Anleitung: https://drive.google.com/file/d/1gCfvYMk6XnahcPTSAWuNdAXyHdvoJjT6/view?usp=sharing


Buchtipp „Zero Waste“ – Weniger Müll ist das neue Grün

Shia Su und ihr Mann haben es vor ein paar Jahren getan: Den Schritt Richtung Zero Waste. Aber nicht von null auf hundert, sondern eher Stück für Stück. Denn schließlich sollte es nicht anstrengend sein, sondern unkompliziert und gut umsetzbar. Das hat ziemlich gut geklappt und mittlerweile sind die beiden echte Müllvermeidungsprofis. Shia gibt ihr Wissen über ihren Blog wastelandrebel.com weiter und hat sogar schon ein Buch veröffentlicht: “Zero Waste – Weniger Müll ist das neue Grün”. Ein sehr nett und ansprechend gestaltetes Buch für alle, die Müllvermeidung konsequenter durchziehen wollen, aber vielleicht nicht ganz sicher sind, wo man am besten anfängt oder ein bisschen zurückschrecken vor der Herausforderung. Shia zeigt: Es ist gar nicht so schwer! Und: Es muss nicht perfekt sein. Jeder Schritt zählt. 
Das Buch ist im Bestand mehrerer Berliner Bibliotheken sowie in der “Onleihe” des VöBB verfügbar. Wer das Buch gleich kaufen möchte: Am besten in einem kleinen Buchladen tun und diesen dabei unterstützen! 😉

App-Tipp: Refill

Zugegeben, Wasser in Flaschen (besonders in Plastikflaschen) zu kaufen ist eigentlich ganz schön unnötig. Schließlich kommt doch super Wasser direkt aus dem Hahn! Nur was ist, wenn man unterwegs ist und Durst bekommt? Dafür gibt es “Refill”. Damit findest du Restaurants, Cafés, Läden und Co, die anbieten, dir deine Trinkflasche kostenlos mit Leitungswasser aufzufüllen. In der aktuellen Situation ist das zwar ein bisschen schwieriger, aber spätestens wenn die Pandemie im Griff ist, kann es losgehen mit fleißigem “Refilling”! Entweder lädst du dir dafür die App herunter oder du benutzt die Website: https://refill-deutschland.de/


Siegelcheck EU-Biosiegel

Das EU-Biosiegel ist wohl das bekannteste Biosiegel. Schließlich ist es auf so gut wie allen Bio-Produkten zu sehen. Aber was genau zertifiziert es denn eigentlich? Hier ein kurzer Überblick der Kriterien: Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel höchstzulässige Anzahl von Tieren pro Hektarartgerechte Haltungsformenbiologische Futtermittel Verbot von präventiver Antibiotika-GabeVerbot von Gentechnikbei der Verarbeitung sind nur 53 Zusatzstoffe zugelassen Klingt doch erstmal gut, oder? Kritiker*innen bemängeln aber immer wieder, dass die Richtlinien zu lasch sind, weil das Biosiegel schließlich Anbauinteressen aus ganz Europa zusammenbringen möchte. Stattdessen gibt es viele ALternativen, die strengere Kriterien haben – einige werdet ihr in den nächsten Wochen hier auch noch kennen lernen. Besser als gar kein Bio-Siegel ist das EU-Siegel aber natürlich dennoch.
Aber wusstest du schon? Das EU-Biosiegel kann auch für Produkte aus nicht-EU-Staaten genutzt werden, sie müssen eben nur die Kriterien erfüllen. Entsprechend gibt es keine Garantie, dass das Produkt aus Europa kommt. Nur die Angabe unter dem Siegel gibt einen kleinen Einblick: Dort steht, ob landwirtschaftliche Erzeugnisse aus der EU kommen oder nicht. Außerdem findet sich dort ein Code, z.B. DE-ÖKO-007. Das bedeutet aber leider nicht, dass das Produkt aus Deutschland kommt, sondern lediglich, dass es dort auf EU-Standards kontrolliert und zertifiziert wurde.
Wer noch mehr über das Bio-Siegel der EU lesen möchte, sei diese Seite empfohlen: https://utopia.de/siegel/eu-bio-siegel/

Was ist eigentlich „Zero Waste“

Der Klimawandel verursacht Leiden, denn er gefährdet das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen. Klimaschutz macht Verzicht erforderlich. Aber immer wieder ist er ein Gewinn, wenn es gelingt, alleine oder in der Gemeinschaft das Leben klimafreundlicher zu gestalten.

Wenn man tiefer in das Universum von Nachhaltigkeit und Umweltschutz im Alltag eintaucht, stößt man früher oder später auf den Begriff “Zero Waste”. Aber was bedeutet das denn eigentlich genau? Das erklären wir euch heute!

https://youtu.be/idEXRLJrrWw

[Zero Waste ist Englisch und bedeutet im Grunde: Kein Müll. Klingt auf jeden Fall erstmal krass. Und sieht auch ganz schön krass aus, wenn man sieht, wie Leute den Müll eines ganzen Jahres in einem Einmachglas aufbewahren. Da ist man vielleicht etwas eingeschüchtert, weil man das Gefühl hat, dass man so etwas ohnehin nicht schafft. Deshalb gibt es innerhalb der Zero-Waste-Community auch durchaus einige Kritik an dem Begriff. Besser sei “Low Waste”, also “wenig Abfall”. Denn schließlich hat jeder Mensch individuelle Umstände und Bedürfnisse. Einige Leute haben z.B. einfach nicht die finanziellen oder infrastrukturellen Möglichkeiten, um so verpackungsarm einzukaufen, wie sie es gerne wollen. Bei anderen Leuten, die aus gesundheitlichen Gründen regelmäßig Tabletten nehmen müssen, fällt natürlich auch mehr Abfall an. Das ist alles vollkommen in Ordnung. Bei “Low Waste” geht es nämlich darum, so wenig Müll zu verursachen, wie es im Rahmen der eigenen Umstände möglich ist. Und das darf auch eine längere Übergangsphase beinhalten. Schritt für Schritt. Und auch am Ende muss der Müll nicht in ein Einmachglas passen.]


Faktenmontag den 22.02.2021

Zahlen und Fakten: Mülltrennung 226,5 Kilogramm Müll verursacht ein einzelner Mensch in Deutschland in nur einem Jahr. Das ist eine ganze Menge. Zwar wird war einiges an Abfall auch recycelt, aber wie viel genau, das hängt vom Material ab. Bei Altpapier und Glas ist der Anteil, der wieder in den Kreislauf kommt, ziemlich hoch – 87,6 Prozent und 84,4 Prozent – bei Plastik liegt er jedoch nur bei 49,7 Prozent. Da macht es Sinn, dass man den Müll, den man verursacht, zumindest richtig trennt, damit die Recyclingquote nicht noch mehr sinkt. Und für viele Menschen ist Mülltrennung sicherlich auch alltäglich und normal.Aber dennoch gibt es immer wieder Sachen, bei denen man etwas länger überlegen muss, in welche Tonne es denn jetzt wandert. Kassenbons zum Beispiel, die gehören nämlich i.d.R. auf gar keinen Fall ins Altpapier, sondern in den Restmüll, weil sie aus Thermopapier sind. Nur wenn sie blau sind, ist das Altpapier doch der richtige Ort. Oder Bio-Plastiktüten: Denn obwohl der Name das suggeriert, haben die nix zu suchen in der Biotonne, weil Biomüll nämlich in die Biogasanlage kommt; das Bioplastik kann aber unter den dort herrschenden Bedingungen nicht zersetzt werden und landet im Zweifelsfall als Mikroplastik auf Äckern. Also sollte die Tüte lieber in die Wertstofftonne. Tja, und das sind nur zwei Beispiele von vielen, die zeigen, dass richtige Mülltrennung doch teilweise sehr komplex sein kann. Zum Glück hat die BSR vorgesorgt und auf ihrer Website das sogenannte Abfall-ABC eingebaut. Dort kann man eingeben, was man entsorgen möchte und die Seite spuckt einem die richtige Entsorgungsart aus. Leichter geht’s nicht! 😉 https://www.bsr.de/abfall-abc-20563.php  

Sonntagsimpuls


Kreativer Samstag

Ernährung spielt eine wichtige Rolle, wenn es um das Thema Klimaschutz geht. Denn je nachdem, was wir essen, werden z.B. mehr oder weniger Treibhausgase in die Atmosphäre gepustet oder die Böden belastet. Ein Schritt in eine klimafreundliche Richtung wäre dabei der Kauf von Obst und Gemüse, das gerade in Saison ist. So sind die Transportemissionen geringer und es wird auch keine Energie für die Beheizung von Gewächshäusern benötigt. Nur ist es gar nicht so leicht, auf Anhieb zu wissen, welches Obst und Gemüse wann eigentlich in Saison ist. Deshalb gibt es heute eine (wortwörtlich) kleine Hilfe für euch, nämlich einen Saisonkalender für die Hosentasche (oder das Portemonnaie)! Ihr braucht dafür nur ein A4-Blatt Papier und eine Schere; druckt euch die Vorlage aus und faltet sie entsprechend der Anleitung – schon ist der Saisonkalender einsatzbereit und freut sich auf eine häufige Nutzung! 🙂
Der Link zur Vorlage: https://drive.google.com/file/d/1NP3yNyfZK5X_onBSEO5di-wDQ-HtffUh/view?usp=sharing 
Der Link zur Faltanleitung: https://www.youtube.com/watch?v=74JNo16IDW8 
Übrigens: Man kann den Kalender auch aus einem Blatt Papier machen, das auf einer Seite schon beschrieben ist. Dafür müsst ihr nur wissen, wie ihr das Blatt in den Drucker einlegen müsst, damit es auf der noch leeren Seite bedruckt wird.

Medienfreitag 19.02.2021

Es ist Zeit für eine Filmabend! Den Anfang macht der Film „Song from the Forest“, den ihr mit eurem Ausweis für Öffentliche Bibliotheken in Berlin hier streamen könnt:https://voebb.ava.watch/film/song-from-the-forest/ „Song from the Forest“ ist ein Dokumentarfilm über Louis, einen Mann, der seit Jahren bei den Bayaka in Zentralafrika lebt und sich in ihre Community ganz eingelebt hat. Wir sehen die Welt der Bayaka, hören ihre Musik, erleben ihre Art zu leben, zu wohnen, zu jagen und miteinander umzugehen mit den Sinnen dieses zu ihnen gehörenden Mann mit amerikanischen Wurzeln. – Und wir sehen New York und amerikanische Vorstädte durch die Augen seines Sohnes, den er auf eine Reise dorthin mitgenommen hat.Ein langsamer Film voll manchmal absurder Gegensätze, voll beeindruckender Naturaufnahmen, voller Kultur, voller Musik, voller Polyphonie, voller Liebe zum Volk der Bayaka. – Schreibt uns gerne euren Eindruck in die Kommentare!

Donnerstag 18.02.

Vom ökologischen Fußabdruck hat der eine oder die andere sicherlich schon einmal gehört. Es ist eine Art Maßstab, um zu errechnen, wie viele Erden wir brauchen würden, wenn alle Menschen so leben würden, wie man selbst. Dabei spielt zum Beispiel die Ernährung eine Rolle, der Energiebedarf oder die Konsumgewohnheiten. Mach doch mal den Test und finde heraus, in welchen Aspekten du schon echt gut bist und bei welchen es noch Spielraum gibt. Du findest ihn hier: https://www.fussabdruck.de/fussabdrucktest/#/start/index/ 
(Wichtig: Wenn du mit mehreren Menschen zusammen lebst, solltest du die Angaben wie beispielsweise Wohnfläche auf dich als Einzelperson herunter rechnen, sonst wird das Ergebnis verzerrt.)

Aschermittwoch

Das Thema der ersten Woche: Unser Wasserfußabdruck.
Heute ist Aschermittwoch und das heißt: Die Passionszeit beginnt und damit auch das Klimafasten!
In EKPN machen wir nun schon zum dritten Mal bei dieser Aktion mit, die Aufmerksamkeit auf die Themen Nachhaltigkeit und Umweltschutz lenken soll, nur ist es dieses Jahr etwas anders als normalerweise. Da aufgrund der Pandemie-bedingten Situation keine persönlichen Treffen stattfinden können, wird es ein “Klimafasten zuhause” geben.
Das heißt genau: Jeden Tag gibt es auf Facebook und unserer Gemeindewebsite eine Art Impuls oder ein bisschen Input, jeder Wochentag hat dabei ein Motto.
Sonntag: Das offizielle Wochenthema der Klimafasten-Aktion wird vorgestellt und es gibt eine theologischen Impuls dazu.
Montag: Es gibt ein paar Zahlen und Fakten, die mit dem Wochenthema zu tun haben.
Dienstag: Wir stellen uns die Frage “Was ist eigentlich…?” und klären ein paar wichtige Begrifflichkeiten in Hinblick auf Nachhaltigkeit.
Mittwoch: Es ist Zeit für den Siegel-Check! Was zertifizieren bestimmte Siegel eigentlich und was vielleicht auch nicht?
Donnerstag: Welche Apps und digitalen Anwendungen erleichtern eigentlich einen nachhaltigen Alltag? Wir stellen euch welche vor!
Freitag: Das Wochenende steht vor der Tür, also hat man mehr Zeit zum Lesen und Fernsehen! Entsprechend gibt es heute Tipps für Filme und Bücher zum Thema Umweltschutz und Co.
Samstag: Es wird kreativ! Kochen, backen, basteln – alles für’s Klima!

Zugegeben, jeden Tag ein Impuls ist ganz schön viel, aber es geht auch gar nicht darum, bei allem mitzumachen und alles auszuprobieren. Stattdessen wollen wir euch mit dieser bunten Palette an Ideen inspirieren, sodass ihr dann selbst überlegen könnt, was für euch umsetzbar ist.
Hast du denn schon eine Idee, was du dieses Jahr fasten willst? Schreib es uns gerne in die Kommentare! 😀

2 thoughts on “Klimafasten 17.02. – 04.04.2021

  1. Ich werde diese Fastenzeit mir wieder mehr Zeit
    dafür nehmen, die Natur zu genießen. Jeden Tag Zeit in der Natur zu verbringen, verbindet uns wieder mehr mit der Schöpfung und zeigt uns, was wir mit dem Klimafasten alles schützen wollen.

  2. Ich will mir vornehmen, in den kommenden sechs Wochen nur Bio-Lebensmittel aus Deutschland zu essen, damit ich ein besseres Gespür bekomme, wie viele Lebensmittel eigentlich einen doch sehr weiten Weg hinter sich haben.

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