12. November, 18 Uhr, Gebet und Zeitzeugengespräch mit Martin-Michael Passauer

Zum Abschluss der Reihe mit Abendgebeten und Gesprächen mit Zeitzeug*innen aus dem Herbst 89 ist am Dienstag, dem 12. November, Martin-Michael Passauer zu Gast. Er war Pfarrer in Ost-Berlin und im Jahr 1989 persönlicher Referent Bischof Forcks. Und er leitete die Kommission zur Untersuchung der Übergriffe auf die Demonstranten um die Gethsemanekirche. Herzliche Einladung!

18.00 Uhr: Gemeinsames Gebet
18.45 Uhr: Gespräch zu 1989 und heute
ab 20.00 Uhr: Fortsetzung des Gespräches im Restaurant „März“, Nähe Kirchenportal
Moderation: Hannah-Maria Liedtke, Demokratiekunst
Eine Initiative von„Wachet und Betet – Freiheit Jetzt!“/ Evangelische Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord

Ergebnisse der GKR-Wahl

Die Wahl zum Gemeindekirchenrat der Ev. Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord am 03.11.2019 hat zu folgendem Ergebnis geführt:

Wahlberechtigte: 9721
Beteiligung 5,30 %
abgegebene Stimmen
gültige Stimmen: 513
ungültig: 2

Brodersen, Charliegewählt324
Grimm, Claudiagewählt279
Lemmel, Ulrikegewählt267
Wendland, Dietergewählt263
Schellig, Wolfganggewählt224
Behr, Corinnagewählt220
Zerbst, MartinErsatzältester208
zur Nedden, MartinErsatzältester207
Fritsch, BarbaraErsatzältester191
Barthel, AlexanderErsatzältester178

Felix Mendelssohn Bartholdy – Paulus – Oratorium op. 36, 9.11.2019 um 19.30 Uhr

Achtung: Das Konzert ist so gut wie ausverkauft. Wenige Restkarten sind ab 19.00 Uhr an der Abendkasse erhältlich.

Einlass ab 18.45 Uhr. Freie Platzwahl.

Yvonne Friedli (Sopran), Irene Schneider (Alt), Michael Zabanoff (Tenor), Bernhard Hansky (Bass), GETHSEMANEKANTOREI, Jugendkantorei der Evangelischen Singschule, Neues Kammerorchester Potsdam, Leitung: Oliver Vogt

»beWEGt!« Ökumenischer Wegegottesdienst entlang der Bernauer Straße, 10.11.2019, 12 Uhr

GEDENKEN – DANK – AUFBRUCH – 30 Jahre nach dem Sturz der Mauer

Gedenken, Dank und Aufbruch prägen dieses Jahr den 10. November.
Denn 30 Jahre ist es dann her, dass die Mauer fiel – dass sie geöffnet bzw. gestürzt wurde. Was dies für uns heute bedeutet, das legen wir hinein in unser Beten und Singen und teilen es uns gegenseitig mit. Unser Gottesdienst beginnt an der Bernauer Straße (Nordbahnhof), dann gehen wir gemeinsam am Mauerstreifen entlang zur Hussitenstraße und schließlich zur Kapelle der Versöhnung. Ein bewegender ökumenischer Wegegottesdienst zum Nachdenken, Weiterdenken und Begegnen. Bitte bringen Sie Kekse und eine Thermoskanne mit Tee oder Kaffee sowie Becher mit zum Teilen, bei der Begegnung im Anschluss an den Gottesdienst. Für Menschen, die mit dem Stehen Schwierigkeiten haben, wird es an allen Stationen Sitzgelegenheiten geben. Wer möchte, kann den Tag um 11 Uhr mit einer Andacht in der Gethsemanekirche beginnen, dann machen wir uns rechtzeitig gemeinsam auf den Weg zum ökumenischen Gottesdienst.

Beteiligte: Ev. Versöhnungsgemeinde, Ev. Kirchengemeinde Am Humboldthain, Ev. Kirchengemeinde Am Weinberg, Ev. Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord, Kath. Kirchengemeinde Heilige Familie, Kath. Kirchengemeinde Herz Jesu, Kommunität Chemin Neuf, Stadtkloster Segen, Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde »ZOAR« (Baptisten), Ev. Hoffnungskirchengemeinde

Beginn: Am Nordbahnhof / Bernauer Straße
Im Anschluss Picknick (bitte warme Getränke und Kekse zum Teilen mitbringen).

Flyer

„Fremdgehen durchs Land“ – Fotoausstellung in der Gethsemanekirche – 2. bis 20. Oktober

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Herbst 89 – 30 Jahre danach“ zeigt die Evangelische Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord eine Ausstellung mit Fotografien von Robert Conrad, Aram Radomski und Ute Zscharnt, die in der DDR in den Jahren 1985 bis 1990 entstanden sind.

Die Vernissage findet am Mittwoch, dem 2. Oktober, um 19 Uhr statt. Ort: Winterkirche der Gethsemanekirche, Stargarder Straße 77.

Danach ist die Ausstellung bis zum 20. Oktober zu folgenden
Öffnungszeiten zu sehen:
Mo, Di, Mi u. Fr 10-18 Uhr
Do 10-21 Uhr (Ausnahme 3.10., 10-14 Uhr)
Sa 10-14 Uhr

In der letzten langen Dekade des kurzen Daseins der DDR wurde augenfällig, daß ihr eine schleichende Utopiendämmerung bevorstand. Vor dem Mauerfall ereignete sich der Verfall des Systems. Seine innere Verfassung spiegelte der äußere Zustand der ostdeutschen Städte. Das »Auferstanden aus Ruinen …« entsprach oft nur einer Rückkehr in dieselben. Die Häuser, aber vor allem auch die industriellen Produktionsstätten, der ganze Stolz der Nomenklatura, befanden sich im Niedergang, viele Betriebe erinnerten an Zeiten der industriellen Revolution, die Menschen arbeiteten und lebten unter heute nur noch schwer zu vermittelnden Umständen.

Die Ausstellung in der Gethsemanekirche aus Anlass des 30. Jahrestages des Mauerfalls möchte den Versuch unternehmen, ein Bild vom schwierigen Alltag in einer DDR zu vermitteln, die für viele Menschen trotz allem eine Heimat blieb. Daher wird nicht auf eine denunziatorische Wirkung oder Siegerpose abgezielt, sondern auf eine Bildwiedergabe, welche die DDR ablichtet, ohne sie unter- oder überzubelichten.

Garanten für eine solche Sichtweise sind viele Fotografen aus der DDR. Die Ausstellung versammelt Arbeiten von drei relevanten Fotografen, die nicht zu den ewig selben Namen zählen, welche wiederholt aus ähnlichen Anlässen präsentiert werden.

Aram Radomski war in der politischen Opposition aktiv und einer ihrer konsequentesten Chronisten. Radomskis Fotografien sind die Negative zu den Positiven der sozialistischen Jubelpropaganda. Dabei ging ihm nie der Humor verloren, seine Arbeiten kommen ohne jede Bitternis aus.

Robert Conrad stammt aus Greifswald und war dort und in Berlin in gegenkulturellen Künstler- und Oppositionskreisen aktiv. Die klare Sprache seiner Fotografien stellte dem ganzheitlichen Verfall in der DDR auch die kalte Ordnung ihrer Neubauten entgegen. Ihn interessierte der Bruch zwischen organisch Gewachsenem und aus dem Boden Gestampften.

Ute Zscharnt wuchs in Berlin-Baumschulenweg auf. In der zweiten Hälfte der 80er Jahre portraitierte sie ihre eigene Generation. Niemand der Portraitierten zählte sich zur »Kampfreserve der Partei« Der Blick des einen kündet vom Verlust jeder Erwartung, der eines anderen wirkt dagegen fragend und scheint Antworten zu fordern. Der Betrachter schaut in Gesichter und die Portraits von Ute Zscharnt blicken auf eine altersuntypische Weise zurück, denn sie zeigen junge Menschen in der Utopiendämmerung der Alten.

Kuratorium und Organisation: Henryk Gericke
Musik: Expander des Fortschritts

Die Ausstellung wird gefördert vom Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat.

Nacht der Lichter – 9. Oktober ab 18.00 Uhr, Gethsemanekirche

In Erinnerung an die Ereignisse am 9. Oktober 89 liest die Schauspielerin Anna Maria Mühe aus Berichten von Zeitzeug:innen. Um 18:35 Uhr läuten die Glocken. Im Gebet denken wir auch an die heute zu Unrecht Inhaftierten, Menschen, die jetzt in Gefängnissen sitzen, weil sie sich für die Einhaltung der Menschenrechte und demokratische Prozesse eingesetzt haben. Studierende der Ernst-Busch-Schauspielschule werden Texte lesen von jungen Menschen, die uns erzählen, wofür und warum sie sich heute in unserem Land engagieren und demonstrieren. Das Gebet leitet Bischof Markus Dröge. Anschließend werden rund um die Gethsemanekirche die Kerzen leuchten als ein Zeichen der Solidarität mit den zu Unrecht Inhaftierten, für Menschenrechte, Demokratie und die Bewahrung der Schöpfung

Programm

Seenotrettung: Evangelische Kirche will Schiff ins Mittelmeer schicken – Offener Brief des Landesbischofs Dr. Markus Dröge

Liebe Schwestern und Brüder,

der Beschluss des Rates der EKD, ein Rettungsschiff für das Mittelmeer zu erwerben und einer Seenotrettungsorganisation zur Verfügung zu stellen, hat viele Diskussionen ausgelöst. Die positiven Rückmeldungen überwiegen bei weitem, es gibt aber auch kritische Kommentare. Um Ihnen die notwendigen Hintergrundinformationen zur Verfügung zu stellen, wende ich mich heute an Sie.
Der Beschluss des Rates geht zurück auf eine Resolution des Deutschen Evangelischen Kirchentages in diesem Jahr in Dortmund. Über diese Resolution hat der Rat der EKD sehr intensiv beraten. Mit der Bereitstellung eines Schiffes soll ein deutliches Zeichen gesetzt werden. Jedes gerettete Menschenleben weist auf die Problematik hin, dass Menschen aus Afrika nach wie vor über das Mittelmeer unter Lebensgefahr zu uns nach Europa fliehen. Das Schiff erinnert an die humanitäre Katastrophe, die sich vor den Toren Europas abspielt. Unser Hilfsprojekt kann die Probleme nicht lösen, kann nur auf die Probleme aufmerksam machen und politische und humanitäre Lösungen einfordern.  Das Schiff ist ein Teil des Gesamtengagements der Evangelischen Kirche im Zusammenspiel mit der Diakonie Katastrophenhilfe und Brot für die Welt, die in Krisengebieten tätig sind und in vielfacher Weise dazu beitragen, Fluchtursachen zu bekämpfen. Das Rettungsschiff kann und soll die politisch Verantwortlichen mahnen, Fluchtursachen zu bekämpfen und eine konsistente europäische Flüchtlingspolitik zu entwickeln.
Für das geplante Schiff werden keine Kirchensteuermittel verwendet. Es wird ausschließlich aus Spenden finanziert. Die große Resonanz, die bereits die Kirchentagsresolution hervorgerufen hat, lässt hoffen, dass ausreichend Spenden eingehen werden, um das Projekt zu ermöglichen. Es wird ein Verein gegründet werden, der ein breites zivilgesellschaftliches Engagement motiviert und koordiniert. Die Rückmeldungen angesprochener zivilgesellschaftlicher Akteure und Organisationen hat gezeigt, wie viel Unterstützung das Projekt schon jetzt bekommt.

Für alle Fragen, die sich aus dem Beschluss der EKD ergeben, hat die EKD auf ihrer Homepage eine Seite mit FAQs eingerichtet: https://www.ekd.de/faqs-zur-seenotrettung-495888.htm. Hier sind mögliche Fragen, die sich aus dem Beschluss der EKD ergeben, beantwortet.

Liebe Schwestern und Brüder, ich teile die Einschätzung der EKD, dass das Schiff nur eine exemplarische Funktion haben kann, um auf das ungelöste Problem der anhaltenden Flucht aus Afrika hinzuweisen. Aber dennoch gilt: Jedes gerettete Menschenleben ist unendlich wertvoll! Wir dürfen nicht zulassen, wenn der Tod von Menschen als unvermeidbar hingenommen oder gar als Teil einer notwendigen Abschreckungsstrategie bewertet wird.
Ich finde es richtig, dass die EKD sich  entschieden hat, keine Kirchensteuermittel für das Schiff einzusetzen und das Schiff einer professionellen Seenotrettungs-Organisation zur Verfügung zu stellen. So kann ein breites Bündnis von gesellschaftlichen Kräften zusammenwirken, um die europäischen Regierungen auf die Notwendigkeit weiteren politischen und humanitären Handelns hinzuweisen

In dem Interview mit dem rbb finden Sie meine Stellungnahme zum Thema: https://www.rbb-online.de/rbbkultur/radio/programm/schema/sendungen/kulturtermin/archiv/20190913_1904.html?fbclid=IwAR2hZTAA6-0SNUItpNyFjYZ5mG2LMHCSN-albeqDEjybnCDDUg1jNFTmzIA.

Ich danke Ihnen für Ihre Auseinandersetzung mit dem Thema und die möglicherweise notwendigen Diskussionen.
Mit freundlichen Grüßen
Ihr Bischof Dr. Markus Dröge